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Folge #86 · Meilenstein

Verein mit Bar - tgabar!

Fr., 7. Juli · Hosts: Roman Fritsches, Sören Janson

Die TGA-Bar gründet einen eingetragenen Verein, der Wissenschaft und Forschung in der TGA-Planung fördert. Geplant sind mindestens zwölf professionelle Online-Weiterbildungen pro Jahr, Zugang zu den Arbeitskreisen, die Teilnahme an einem BIM-Forschungsprogramm und eine Interessenvertretung gegenüber Politik und Bauwirtschaft. Angesprochen werden Ingenieurbüros, Generalplaner, CAD-Büros, Forschende sowie Studierende und Auszubildende.

Inhalt des Podcasts

Warum wird die TGA-Bar zum Verein?

Roman: Guten Morgen, herzlich willkommen zum einzigen Podcast von der tgabar.de, nämlich den Bargesprächen, die wir an der TGA-Bar führen. Sören Janson und ich.

Sören: Ich habe gerade die Kritik geäußert, dass das Intro verwässert wurde.

Roman: Das Intro wurde verwässert. Wir müssten uns anpassen, Dinge ändern. Ich sehe Bargespräche nach wie vor als ganz großen Wurf.

Sören: Es ist ja auch gerade ein Hafengespräch, eine Open-Air-Bar quasi. Nebengeräusche sind gewollt. Der eine oder andere aus der City, aus Hammerbrook, ist heute Abend live dabei.

Roman: Genau, wir haben heute das Thema, dass die TGA-Bar sich Richtung Verein mausert. Wir wollen euch ein kleines Update geben, weil da wirklich viel passiert. Wir treffen uns regelmäßig mit einem Haufen Gründungsmitglieder. Wir haben den Kreis stabilisiert: Jetzt treffen wir uns mit acht Leuten einmal die Woche über eine Stunde und arbeiten exakt die Vereinssatzung durch. Da klären wir mega interessante Fragen, die nicht nur für Satzungs- und Vereinsfreaks interessant sind, sondern für alle.

Sören: Wir müssen uns in dem Zuge mit grundsätzlichen Fragen beschäftigen, gar nicht mehr mit der Satzung selbst, sondern: warum ein Verein und wofür soll er da sein?

Roman: Ganz genau. Und der Name ist auch noch in Abstimmung, das ist noch nicht klar. Das machen wir als Cliffhanger bis zum Schluss.

Sören: Wir verraten es heute nicht — und wir kennen ihn auch noch nicht.

Welche Vorteile soll der Verein für seine Mitglieder bieten?

Roman: Wir haben uns erst mal gefragt, welche Vorteile dieser Verein für die Mitglieder überhaupt haben soll. Das ist für mich die Kerninformation: Warum sollte ich einem Verein beitreten? Ich habe einen rausgehauen und gesagt: Wir können mindestens zwölf professionelle Online-Weiterbildungen pro Jahr anbieten, zu aktuellen Themen.

Sören: Aus dem Verein heraus?

Roman: Aus dem Verein heraus, für die Vereinsmitglieder. Das Thema BIM-Anwendungsfälle der TGA-Planung könnten wir uns reinziehen — das wäre eine Aufgabe, die Professor Reinhard Wimmer übernehmen würde: durchgearbeitete Anwendungsfälle der TGA-Planung präsentieren und zur Diskussion stellen.

Sören: Dann natürlich das Thema Projektmanagement, da wo wir herkommen.

Roman: Da kommen wir zwei mit dem Podcast her. Da würden wir mindestens einmal im Jahr eine Weiterbildung online für alle Vereinsmitglieder anbieten. Dann das Thema Bauüberwachung der TGA — nicht Fachbauleitung, sondern Bauüberwachung. Ihr habt Adrian schon im Podcast kennengelernt; was Fachbauleitung ist, was Bauüberwachung ist und wo der Unterschied liegt, ist da sehr gut gelungen. Dann das Thema BIM-Fachkoordination der TGA, wo wir auch eine Weiterbildung anbieten wollen. Und das Thema Bedarfsplanung würde ich unbedingt reingießen. Das ist das, was Sören und ich können, und das bieten wir an.

Sören: Nicht nur wir.

Roman: Wir fangen mit den Themen an, die Sören und ich haben, dann mit denen, die Adrian zur Bauüberwachung mitbringt, und mit den BIM-Anwendungsfällen von Reinhard Wimmer. Wir versprechen mindestens zwölf Schulungen — das ist das Minimum. Ich denke, dass wir mit steigender Vereinsgröße eher Richtung 24, 36 landen. Wir wollen euch als Mitglieder coachen, euer Wissen weiterzugeben. Die Idee ist, dass das über eine Übungsleitervergütung vergütet wird: bis zu 2.400 Euro im Jahr steuerfrei, ohne Einkommensteuer.

Dann ganz zentral, weil der Verein die Förderung der Wissenschaft und Forschung im Fokus hat: die Teilnahme am Forschungsprogramm von Reinhard Wimmer, „Next Gen BIM" — Big Open BIM-Lehre für die nächste Generation. Wir haben besprochen, dass seine Promovierenden und die anderer Hochschulen ihre Anwendungsfälle präsentieren, sich Feedback abholen und sie mit uns zusammen verbessern.

Sören: Grundsätzlich geht es auch darum, die Vernetzung von Hochschule und Praxis zu fördern — Praxis und Forschung zusammenzukriegen.

Roman: Genau das ist es, was wir brauchen.

Sören: Wir brauchen einen Schritt weiter und dadurch auch das Thema Nachwuchs angehen. Da lassen sich viele Gemeinsamkeiten finden, von den Thematiken up to date zu bleiben, sich weiterzuentwickeln, auch mit dem eigenen Büro.

Wie fördert der Verein den Austausch mit Hochschulen und den Nachwuchs?

Roman: Dazu kommt der Austausch mit Hoch- und Berufsschulen, der von uns befördert und in diesem Podcast weitergetrieben wird. Wir werden die Studiengänge klarer machen, darstellen und präsentieren — das wäre eine Aufgabe des Vereins auf der Website. Ich glaube, wir wären die Ersten, die endlich die mindestens 68 Studiengänge der TGA in Deutschland mal auflisten, mit Ansprechpartnern und Schwerpunktthemen. Das Gleiche möchte ich bei den Berufsschulen machen: zeigen, welche Berufsschule technische Systemplanung für HLS und Elektro anbietet, sodass ihr euren Nachwuchs in die Richtung leiten könnt.

Dann gibt es die Lounges, die Arbeitsgruppen. Nur über die Vereinsmitgliedschaft gibt es Zugang zu den Arbeitsergebnissen. In der Gebäudeautomation haben wir jetzt schon einiges, was Claudius Schade präsentieren und mitbringen kann. Die anderen Arbeitsergebnisse sind zum Teil benannt, aber noch nicht veröffentlicht — das würde über den Verein funktionieren.

Die Nachwuchsgewinnung bei der World of TGA ist ein weiterer Vorteil — das wäre eine automatische Mitgliedschaft. Die Firstmover, die schon mitmachen, wären automatisch Mitglied und im ersten Jahr beitragsfrei. Dann der Austausch der TGA-Planenden untereinander, den wir mit Happy Hour, Podcast und weiteren Meetings befördern.

Sören: Da lässt sich noch viel weiterspielen, auch in Präsenz und regional.

Roman: Absolut. Und schließlich die Interessenvertretung der TGA-Planenden gegenüber Politik und Beteiligten der Bauwirtschaft. Endlich eine Stimme der TGA-Planung, die sich nicht nur informell an der Bar trifft, sondern mit einem eingetragenen e.V. ein echtes Gewicht bekommt.

Sören: Schön, wenn es in Form kommt und wir die losen Enden bündeln können.

Roman: Wir haben im letzten Jahr viel angestoßen; jetzt geht es darum, das zusammenzubringen. Gerade dieses Thema „ich kriege zwölf Schulungen für meine Mitarbeiter" ist über den Mitgliedsbeitrag auch finanziell super attraktiv — plus die Teilnahme am Forschungsprogramm, wo ich das Thema BIM in der Tiefe mit Kollegen erarbeiten kann.

Sören: Und es wird ja nicht bei einem Forschungsprogramm bleiben, wenn man über die Vernetzung und Reichweite mehrerer Büros nachdenkt.

Roman: Alle Themen für die Mitglieder sind dabei: Weiterbildung, Forschung im Bereich BIM, Austausch mit Hochschulen und Berufsschulen, Nachwuchsgewinnung, Austausch der Berufe untereinander, Interessenvertretung.

Wen will der Verein als Mitglieder ansprechen?

Sören: Und wen wollen wir mit diesem Angebot ansprechen?

Roman: Angesprochen wirst du als Generalplaner mit eigener TGA-Fachplanung: ein Generalplanungsbüro mit eigener Fachplanungsabteilung. Dann die vielen, die an der Bar unterwegs sind — eine große Zielgruppe. Dann die klassischen Ingenieurbüros der TGA-Fachplanung, auch die kleinen mit drei, fünf, sechs Mitarbeitenden. Über Berker haben wir verstanden, dass wir auch CAD-Büros mit Schwerpunkt TGA im Fokus haben; die sollen dabei sein, weil sie die TGA-Planung voranbringen. Und dann Forschende, Sachverständige und Einzelpersonen mit Schwerpunkt TGA.

Sören: Und die nächste Generation: Studierende, Auszubildende, alles, was in Zukunft kommt und sich frühzeitig engagiert.

Roman: Über eine Junior-Mitgliedschaft hochinteressant — die späteren Arbeitgeber und die Hochschulen kennenlernen.

Sören: Networking.

Roman: Für die Auszubildenden würde ich versuchen, gemeinsam Veranstaltungen zu machen. Wenn ein Büro nur ein oder zwei Azubis hat, ist es schön, wenn sie die anderen 150 in der Region oder in ganz Deutschland kennenlernen. Wir sprechen auch angehende Techniker und Meister an, die als Junior-Mitglieder beitreten. Wer nicht genannt ist, ist trotzdem willkommen, wenn er den Vereinszweck — die Förderung der Wissenschaft und Forschung in der TGA-Planung — mitträgt.

Sören: Wer es genau nachlesen will, kann bald in die Satzung schauen.

Wie sehen Mitgliedsbeiträge und Fördermitgliedschaften aus?

Roman: Beim Mitgliedsbeitrag sind wir noch in der Diskussion, da würde ich noch keine Zahlen nennen. Die Junior-Mitgliedschaft für Studierende wird nicht umsonst sein — was nichts kostet, ist nichts wert. Auf der anderen Seite haben wir einen gewissen Verwaltungsaufwand, der nicht auf die Studierenden abgewälzt wird. Es gibt einen kleinen, gut bezahlbaren Beitrag.

Länger diskutiert haben wir, wie Ingenieurbüros, Generalplaner und CAD-Büros dabei sind. Wir hatten entschieden, dass eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitenden in so einer Mitgliedschaft enthalten ist; die können sich zu den Seminaren und Veranstaltungen anmelden. Einzelpersonen melden natürlich nur sich selbst an und haben eine Stimme, genau wie die beteiligten Unternehmen.

Dann wollen wir Fördermitglieder ansprechen, die den Verein finanziell unterstützen. Wir sehen vor allem Softwarehersteller mit Schwerpunkt TGA und BIM — eher CAD- oder Autorensoftware.

Sören: Auch Hersteller von TGA-Produkten?

Roman: Produkthersteller haben wir nicht explizit erwähnt, weil wir herstellerneutral und planerneutral sind. Diese Neutralität wollen wir im Verein nicht aufgeben: Wenn uns ein Produkthersteller fördert, könnte es sein, dass wir als nicht mehr ganz neutral angesehen werden. Da sehen wir ein Risiko.

Sören: Bei Software nicht so?

Roman: Bei Software nicht so, weil uns niemand vorschreibt, welche wir benutzen, und wir unabhängig bleiben, wenn wir Softwares gegenüberstellen. Ich bin sicher, dass Fördermitglieder aus Softwareherstellung, Softwareentwicklung und CAD-Autorensoftware großes Interesse haben, mit uns als Lead-User zu kommunizieren und unsere Arbeitskreise zu bereichern. Das Gleiche gilt für ERP-Systeme — Enterprise Resource Planning, Projektmanagement- und Kapazitätsplanungssoftware. Und wer darüber hinaus 3 Millionen Euro auf dem Konto hat, die er loswerden will, ist auch herzlich willkommen, wenn er Wissenschaft und Forschung in der TGA-Planung unterstützen möchte.

Welche Arbeitskreise gibt es schon — und bleiben es „Lounges"?

Roman: Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, was in den Lounges gemacht wird. Wir fragen uns auch, ob der Begriff „Lounge" auf Dauer der richtige ist, weil wir über Ausschüsse und Arbeitskreise reden — Begriffe, die im Vereinswesen klarer sind. Sie sind vielleicht nicht so cool wie an der Bar, aber „Lounge" ist beim letzten Termin ziemlich missverstanden worden.

Wir sehen schon, dass wir in den Bereichen Forschung, Bildung, Netzwerk und Software aktive Arbeitskreise haben: den Arbeitskreis BIM und TGA, wo die BIM-Allianz im Fokus ist, mit Reinhard Wimmer und Mohamad Hussein; die Planung der Gebäudeautomation, wo Claudius Schade und Tobias Potz aktiv sind; die World of TGA, die ich derzeit noch koordiniere und die Ronny Wenzel vom Büro Döring übernehmen wird; und das digitale Projektmanagement, wo Sören und Mohamad Hussein unterwegs sind. Wir haben schon viele Arbeitskreise, und ich glaube, wir können all das in einem Verein zusammengießen.

Sören: Dadurch, dass die TGA-Bar wahrscheinlich nicht als Vereinsname übrig bleibt, ist auch die Frage, ob der Begriff der Lounge noch reinpasst. Nichtsdestotrotz: Die TGA-Bar und die Bargespräche bleiben bestehen. Die Happy Hour kann ein Format des Vereins bleiben, um den Austausch zu fördern.

Roman: Jeder gute Verein hat ja auch eine Bar — im digitalen Vereinshaus. Das behalten wir bei.

Wie geht es weiter — und wie kann man mitmachen?

Roman: Wir sind mittendrin, diese Satzung zu schreiben. Das macht Riesenspaß, und es ist ein toller Kreis, mit dem wir diese Diskussion führen. Diesen Zwischenstand nehmt bitte mit.

Jetzt noch ein Aufruf: Wir werden auf tgabar.de eine Umfrage starten, wer Interesse hat, dem Verein beizutreten. Da nennen wir auch die Mitgliedsgebühren und die Vorteile. Uns ist extrem wichtig, dass ihr auf tgabar.de schaut. Ich denke, wir schaffen die Umfrage Mitte Juli. Bis dahin weise ich nochmal darauf hin, damit wir planen können, wie viele Einnahmen wir haben und welche Forschungsprojekte wir davon finanzieren. Die Firstmover haben schon finanziert, die sollen mit rein.

Sören: Für das erste Jahr der Vereinsgründung.

Roman: Genau, und das zweite Jahr ist dann das, wo es richtig zu planen gilt.

Sören: Mit welcher Größe legen wir los, was können wir direkt bewegen?

Roman: Wir freuen uns auf zahlreiche Rückmeldungen — und auf positive Aussagen. Darauf stoßen wir mit euch an. Vielen Dank, einen schönen Abend und bis bald im Verein. Tschüss aus dem Vereinshaus.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Um die vielen angestoßenen Aktivitäten zu bündeln und der TGA-Planung eine echte Stimme zu geben. Als eingetragener e.V. mit dem Zweck, Wissenschaft und Forschung in der TGA-Planung zu fördern, bekommt die Gemeinschaft mehr Gewicht gegenüber Politik und Bauwirtschaft, als ein informelles Bar-Treffen es könnte.

Mindestens zwölf professionelle Online-Weiterbildungen pro Jahr (u.a. zu BIM-Anwendungsfällen, Projektmanagement, Bauüberwachung, BIM-Fachkoordination und Bedarfsplanung), Zugang zu den Arbeitsergebnissen der Arbeitskreise, Teilnahme am BIM-Forschungsprogramm, Nachwuchsgewinnung über die World of TGA, Austausch der TGA-Planenden untereinander sowie eine Interessenvertretung gegenüber Politik und Bauwirtschaft.

Generalplaner mit eigener TGA-Fachplanung, klassische TGA-Fachplanungsbüros (auch kleine), CAD-Büros mit Schwerpunkt TGA, Forschende, Sachverständige und Einzelpersonen mit Schwerpunkt TGA sowie über eine Junior-Mitgliedschaft Studierende, Auszubildende und angehende Techniker und Meister. Softwarehersteller sind als Fördermitglieder vorgesehen.

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